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Javne objave  / Sestanek odbora višjih delovnih inšpektorjev Ljubljana 2008  / Povzetki DE  / 
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INŠPEKTORAT RS ZA DELO

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Povzetki DE
Brezovar

Die wichtigste demografische Entwicklung scheint die weitere Alterung der Erwerbsbevölkerung in der Europäischen Union zu sein. Die Zahl der Menschen, die jünger sind als 14 Jahre, ist von 24 % im Jahr 1980 auf 16 % im Jahr 2005 zurückgegangen, während die Zahl der über 65-Jährigen von 11 % im Jahr 1980 auf 14,5 % im Jahr 2005 gestiegen ist. Bevölkerungsprojektionen lassen vermuten, dass es nach 2010 eine weitere spürbare Zunahme des Anteils der über 50-Jährigen an der Erwerbsbevölkerung geben wird, verbunden mit einem weiteren leichten Rückgang der Zahl der 20- bis 30-Jährigen. Alle EU-Mitgliedstaaten werden von diesen Veränderungen betroffen sein. Durch dieses Phänomen verschärft sich die Notwendigkeit, Strategien zur effektiven Nutzung der Arbeitskraft älterer Arbeitnehmer zu entwickeln. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu solchen Strategien besteht darin, zu einem objektiven Verständnis der Eigenschaften des Menschen, insbesondere des älteren Menschen, zu gelangen. Synergiefähigkeiten verstärken sich mit dem Alter, andererseits steigt auch das Risiko eines Rückgangs der Arbeitsfähigkeit.

 

 

 

 

 

Takala

Die Arbeit in Europa verändert sich, und zwar nicht nur wegen des Wandels der wirtschaftlichen, rechtlichen und beschäftigungsbezogenen Strukturen, sondern auch wegen der demografischen Veränderungen in der europäischen Erwerbsbevölkerung. Dies bleibt nicht ohne Folgen, was Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer angeht. Die europäische Erwerbsbevölkerung wird älter, und auch wenn es keine eigene Arbeitsschutzrichtlinie für ältere Arbeitnehmer gibt, wie es bei den Jugendlichen der Fall ist, besteht für die Arbeitgeber die rechtliche Verpflichtung, für ihre Sicherheit und Gesundheit durch ein ganzheitliches Konzept zu sorgen, indem sie diese Arbeitnehmer durch Veränderungen der Arbeitsorganisation, der Arbeitsumgebung und der Einstellungen gegenüber älteren Mitarbeitern schützen. Ziel sollte es sein, Arbeitsbedingungen herzustellen, die dazu beitragen, dass es allen möglich ist, ihre Arbeitsfähigkeit bis zum Ruhestand und darüber hinaus zu erhalten.

 

 

 

 

Kržan

Altern ist ein multidimensionaler Prozess physischer, psychischer und sozialer Veränderungen. Bis zum Alter von 50 Jahren ist der menschliche Organismus zu nahezu vollständiger Erneuerung fähig. Kennzeichnend für das Altern eines Organismus ist die zurückgehende Fähigkeit, sich auf Stress einzustellen, die homöostatischen Mechanismen sind weniger flexibel, das Krankheitsrisiko steigt. Altersbedingte Veränderungen lassen sich auf molekularer, zellulärer und organischer Ebene und im gesamten Organismus feststellen. Mit vielen Theorien wird versucht, den Alterungsprozess zu erklären: evolutionär (natürliche Auslese), molekular (begrenzte Zahl von Reparaturfaktoren), zellulär (genetisches Alterungsprogramm, Verkürzung der Telomere, Zellschäden durch freie Radikale usw.) und systemisch. Diese irreversible Abfolge von Veränderungen führt unausweichlich zum Tod.

Splittgerber

Das Thema des demografischen Wandels und der älter werdenden Erwerbsbevölkerung steht in Deutschland inzwischen seit mehreren Jahren auf der Tagesordnung, und sowohl die Politiker als auch die Sozialpartner unterstreichen die Notwendigkeit, das Niveau der Beschäftigungsfähigkeit anzuheben. Dennoch bemüht sich erst eine kleine – allerdings steigende – Zahl von Unternehmen aktiv darum, ihre Arbeitsbedingungen an die spezifischen Fähigkeiten und Kompetenzen der unterschiedlichen Altersgruppen unter ihren Beschäftigten anzupassen.

Die Arbeitsaufsicht könnte eine wichtige Rolle spielen, wenn sie die Unternehmen und die Wirtschaft im Allgemeinen für dieses Thema sensibilisiert. Die Erfahrung zeigt, dass „menschenwürdige Arbeit“ angemessene und anspruchsvolle Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigtengruppen bedeutet. Die Risikobewertung könnte zu einem Instrument weiterentwickelt werden, mit dem die Unternehmen in ihren Bemühungen, sich auf älter werdende Mitarbeiter einzustellen, unterstützt werden können.

 

 

 

 

 

Huber

Die Beschäftigungsquote Älterer (55 bis 64 Jahre) in Österreich konnte in den letzten zwei Jahren deutlich angehoben werden: von 31,9 Prozent im Jahr 2005, auf 35,5 Prozent (+ 3,7) im Jahr 2006; für das Jahr 2007 sind ca. 39 Prozent prognostiziert worden (der EU-Durchschnitt liegt bei 43,5% und das Lissabon-Ziel: ist 50%!)

ABER: nach wie vor enden Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten mit 45 Jahren; und die Arbeitsbedingungen wie hohes Arbeitstempo, die Arbeitsorganisation oder die Arbeitszeiten und die Gestaltung der Arbeitsumwelt sind nach wie vor auf Jüngere zugeschnitten.

Das Konzept dahinter, ist das „Modell des Leistungssprints, d.h. bis 50 über die eigenen Grenzen gehen, dann möglichst schnell in den wohlverdienten Ruhestand oder als „Problemfall“ auf dem Arbeitsmarkt. In der Baubranche ist das beispielsweise deutlich erkennbar.

 

Was kann die Arbeitsinspektion tun?

Sie kann

  • Sensibilisieren, Interesse wecken und Bewusstsein schaffen
  • Beraten und Kontrollieren (Risk Assessment)
  • Tools zur Verfügung stellen, die den Betrieben die Entwicklung rechtzeitig erkennen lassen und verdeutlichen, dass

Ø      Die Stärken der 20 – 30 – 40 – 50 - 60 - 65jährigen im Betrieb anerkannt werden

Ø      Die Schwächen der 20 – 30 – 40 – 50 - 60 - 65jährigen ausgeglichen werden

  • Mit anderen Organisationen kooperieren

 

Gesetzliche Grundlage

Im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz ist seit 2001 geregelt, dass bei der Ermittlung und Beurteilung von Gefährdungen und der Festlegung von Maßnahmen die Eignung der Arbeitnehmer/innen im Hinblick auf Konstitution, Körperkraft, Alter und Qualifikation zu berücksichtigen ist.

 

Die Altersverteilung ist aber nicht in jedem Betrieb oder in jeder Region (Stadt/Land) gleich, sondern unterscheidet sich sowohl in den einzelnen Branchen als auch regional. Deshalb ist es wichtig bei Projekten oder Kampagnen diese Unterschiede Zielgruppen orientiert zu berücksichtigen.

 

 

Das Projekt der Arbeitsinspektion 2007 - 2008

Die Arbeitsinspektion hat im Jahr 2007 zunächst interne Schulungen in Kooperation mit einem externen Experten zu diesem Thema durchgeführt (insgesamt haben 44 Personen teilgenommen) und es wurde mit der Durchführung der Beratungs- und Kontrollschwerpunktaktion begonnen.

Die erste Phase der Schwerpunktaktion startete im Oktober 2007. Es soll in 300 Betrieben (davon 15 Baustellen) unterschiedlicher Größe und Struktur der Ist-Zustand erhoben werden. Die Arbeitgeber/innen werden in Bezug auf die demographische Entwicklung im Betrieb beraten, wobei auf die Bewusstmachung der Verpflichtung der Betriebe zur Berücksichtigung des Alters bei der Evaluierung (Ermittlung der Gefährdungen und Festlegung von Maßnahmen) besonders eingegangen wird. Es werden alle Branchen und Betriebe mit weniger als 10, zwischen 10-50 und mehr als 50 Beschäftigten, sowie Betriebe mit einem hohen Frauenanteil aber auch hohem Männeranteil berücksichtigt werden (insgesamt ca. 300 Betriebe).

 

Ziele: Motivation stärken – Qualifikationen und Kompetenzen ausbauen – Gesundheit sichern!

 

Zur Unterstützung der Arbeitsinspektor/innen und Betriebe vor Ort wurde ein eigenes Tool zur Durchführung einer Altersstrukturanalyse und zur Erfassung alter(n)sgerechter Umsetzungsmaßnahmen ausgearbeitet. Diese wird den betrieben auch zur Verfügung gestellt.

Weiters wird auch ein Folder zur Unterstützung der Schwerpunktaktion verteilt. Dieser steht auch allen Interessierten auf der Webseite der Arbeitsinspektion, zusätzlich zu anderen Informationen, zur Verfügung (www.arbeitsinspektion.gv.at/AI/Gesundheit/Allgemeines/altersgerechte_arbeitswelt.htm)

Die Auswertung der Fragebogen wird Mitte 2008 erfolgen. Nach Auswertung und Vorliegen der Ergebnisse werden die Inhalte für die nächste Phase im Jahr 2008 festgelegt werden.

 

Die betrieblichen Maßnahmen sollen an den 4 Handlungsfelder ansetzen (Finnisches Modell): Individuelle Gesundheit, Führung/Arbeitsorganisation, Kompetenzentwicklung und Arbeitsumgebung.

  1. Analyse der Altersstruktur, in allen Betriebsbereichen, Frauen und Männer
  2. Anpassen der Arbeitsplatzumgebung z.B. Temperatur 24 °C statt 20 °C, Beleuchtung: 50% mehr bei 40 – 55 Jahren oder 100% mehr bei > 55 Jahren, Hebehilfen und Reduktion von Zwangshaltungen
  3. Keine Altersgrenzen für interne Karrieren oder Weiterbildung, alternsgerechte Didaktik, Wertschätzung
  4. Neue Arbeitszeitmodelle z.B. im Krankenhaus von 12 Stunden auf 8 Stunden Schichten + weniger Überstunden oder in einem Kunststoffbetrieb: kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtblöcke, längere schichtfreie Intervalle, Streichung der Einbringschichten, 6 statt 8 Nachtschichten pro Monat plus Gesundheitswochen mit Beratung, warme Mahlzeiten während der Schichten sowie ergonomischen Maßnahmen
  5. Gemischte Teams aus Jung und Alt

 

 

 

Hussi

Unsere Einstellungen gegenüber älter werdenden Beschäftigten sind nicht gerechtfertigt; wir neigen dazu, uns auf den Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit zu konzentrieren, während doch Kompetenzen und Erfahrung im modernen Arbeitsleben von so grundlegender Bedeutung sind. Finnland hat verschiedene Maßnahmen getroffen, um die Probleme im Zusammenhang mit der älter werdenden Erwerbsbevölkerung anzugehen. Das finnische Programm für älter werdende Arbeitskräfte ist ein gutes Beispiel einer umfassend angelegten Initiative. Die wichtigsten Aufgaben sind das Gewinnen von Erkenntnissen über Arbeits- und Altersfragen, die Verbesserung der Einstellung zum Alter und die Stärkung der Fähigkeit, neue, für die verschiedenen Altersstufen geeignete Arbeitsverfahren an den Arbeitsplätzen einzuführen. Gut organisierte Arbeit, bei der die altersbedingten Veränderungen berücksichtigt werden: das ist das Mittel, Produktivität und Wohlbefinden zu kombinieren.

 

 

 

 

Bučar

Durch die Einbeziehung der Ergonomie in das Arbeitsschutzsystem bei Revoz werden das aktive Engagement und die Beachtung ergonomischer Empfehlungen aufseiten aller Beteiligten sichergestellt, die in irgendeiner Weise die Veränderungen des Arbeitsprozesses, die Entwicklung neuer Produkte oder die Gestaltung neuer Arbeitsplätze beeinflussen. Die Zunahme der Arbeitsplätze mit entsprechenden ergonomischen Arbeitsbedingungen und einer entsprechenden Arbeitsorganisation hat eine verstärkte Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern, Frauen und Personen mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit ermöglicht. In der Präsentation wird dargelegt, wie sich eine stärkere Berücksichtigung der Ergonomie auf die Gesundheit und die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer auswirkt, und es wird das praktische Beispiel eines Arbeitsplatzes gezeigt, der an die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer angepasst wurde.

 

 

 

 

Bilban

Ältere Menschen und Rückgang der Arbeitsfähigkeit

 

Wegen der Verlängerung des Lebens im Allgemeinen und des Arbeitslebens im Besonderen, aber auch wegen des Wertewandels in der Gesellschaft und des immer höheren Bildungsniveaus auch unter älteren Menschen wird in der Erwerbsbevölkerung die Zahl älterer Menschen immer weiter zunehmen, mit ihren spezifischen Einschränkungen und Bedürfnissen und gleichzeitig ihren zahlreichen Vorzügen, die zu berücksichtigen oder sogar auszubauen sind. Diese unausweichliche Tatsache zu akzeptieren müssen wir bereit sein, sei es als Arbeitgeber, sei es als Ärzte, die wir uns mit der Bewertung der Arbeitsfähigkeit befassen, und ganz besonders als Arbeits-, Verkehrs- und Sportmediziner. Dem Menschen, der gesund und arbeitsfähig ist und der im Arbeitsleben bleiben möchte, obwohl er die Voraussetzungen für den Ruhestand erfüllt, müssen wir eine sichere und anregende Arbeitsumgebung bieten, in der er bei Nutzung seines Arbeitspotenzials noch einen enormen gesellschaftlichen Beitrag leisten kann.

 

Bohm

Die Lissabonner Strategie fordert eine stärkere Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung, unter anderem durch Verlängerung des Arbeitslebens. Wir werden das Ziel erreichen, wenn es uns gelingt, Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Arbeitnehmer während ihres gesamten Arbeitslebens zu erhalten.

 

Die vierte Erhebung über Arbeitsbedingung der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Dublin (www.eurofound.eu.int) aus dem Jahr 2005 hat gezeigt, dass viel mehr Arbeitnehmer über arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen berichten als über bei der Arbeit erlittene Verletzungen. Dennoch hat das Netzwerk von Gewerkschaftsexperten für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, das im Rahmen der Abteilung für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz beim Europäischen Gewerkschaftsinstitut ETUI-REHS (http://hesa.etui-rehs.org/uk/) tätig ist, festgestellt, dass in einigen europäischen und nationalen Arbeitsschutzstrategien der Prävention von Arbeitsunfällen immer noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird als der Prävention langfristiger Gesundheitsschäden.

 

Zu letzteren zählen vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen, da sie den bei weitem höchsten Prozentsatz der im Jahr 2005 von den befragten europäischen Arbeitnehmern angegebenen Erkrankungen stellen. Nachgewiesen wurde ein klarer ursächlicher Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastungen, die Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachen, und der Überzeugung der Arbeitnehmer, dass sie nicht in der Lage sein werden, ihre Arbeit nach ihrem 60. Geburtstag weiter auszuüben. Die europäischen Gewerkschaften machen auch auf mächtige Lobbys aufmerksam, die die Einführung eines wirksamen Schutzes der Arbeitnehmer vor gefährlichen Stoffen behindern.

 

Die Arbeitsaufsicht ist ein zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzsystems, weshalb sie durch entsprechende finanzielle und personelle Verstärkung in die Lage versetzt werden muss, ihre neuen Aufgaben zu erledigen; außerdem muss sie die Befugnisse erhalten, die sie benötigt, um die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften durchzusetzen. Die Arbeitsaufsicht sollte unter anderem darauf bestehen, dass in den Risikobewertungen vorrangig Maßnahmen zur Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen und anderen berufsbedingten Erkrankungen festgelegt werden. In ihren Verfahren sollte sie der Rolle der Arbeitnehmervertreter für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz einen entsprechenden Stellenwert einräumen.

 

 

 

 

 

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